Leser sind lästig: Anleitung zum Vergraulen

marawinter Kurios, Literaturbetrieb, Mara, Satire, Sonstiges Leave a Comment

Ein leidenschaftlicher Autor schreibt vor allem zu seinem eigenen Vergnügen.

Leser sind lästig. Sie haben eigene Vorstellungen davon, was sie gerne lesen. Sie schreiben unfaire Rezensionen. Sie nehmen es sich heraus, ein mit Herzblut zusammengestümpertes Machwerk zu kritisieren. Manche wollen sogar Kontakt zu den Autoren, persönliche Worte oder signierte Bücher. Uah!

Zum Glück gibt es viele Methoden, wie man sich diese Spezies erfolgreich vom Hals hält.

Für alle geplagten Autoren, die einfach nur ihre Ruhe wollen, habe ich ein paar erfolgreiche Strategien zusammengestellt:

Leser sind dumm. Am besten weist man sie in jedem einzelnen Post auf seine Bücher hin. Und damit meine ich in JEDEM. Leser machen viele Fehler, wenn sie Rezensionen abgeben. Lass das nicht so stehen. Gib ihnen kontra, wenn sie dich verkennen! Du bist hier der Autor!

Leser lieben Überraschungen, vor allem kommentarlose Verkaufslinks. Jedes Mal ist es wieder spannend, wohin so ein Link wohl führt, und da Leser selten einem Beruf nachgehen, haben sie auch die Zeit, all diesen Links nachzugehen.

Leser sind anspruchslos. Das Geld für ein Lektorat kannst du dir getrost sparen. Deine Bücher sind so genial, dass du es nicht nötig hast, jemanden in deinen Texten herumpfuschen zu lassen.

Leser haben kein ästhetisches Empfinden. Also kannst du deine Cover ruhig selbst machen. Richtig geil kommt es, wenn du auf jedem deiner Cover selbst abgebildet bist.

Leser sind vergesslich. Daher ist es angeraten, ihnen öfters mal die eigene Autorenseite auf die Pinnwand zu posten.

Leser hassen off topics. Gerade in den sozialen Medien wollen sie ausschließlich etwas über deine Bücher lesen.

Leser denken, dass Autoren generell mit Feder und Tinte schreiben. Also bist du verpflichtet, auf jedem Bild eine Feder in der Hand zu halten. Leser finden es super, wenn man auf jedem Foto zufälligerweise in einem Stapel der eigenen Bücher sitzt.

Intim und verletzlich: Mara Winter in nachdenklicher Pose. „Worüber soll ich nur als Nächstes schreiben? Ich weiß es nicht.“

Vorschlag: Inszenier dich selbst mit versonnenem Gesichtsausdruck inmitten von tausend Flyern. Zeig dich verletzlich, mit nackten Füßen oder am besten ganz nackt.

Gut kommt es auch, wenn du dir eine eigene Modelseite auf Facebook einrichtest, wo du dich mit deinem Buch in der Hand in verschiedenen Posen zeigst. Das unterstreicht deine Seriosität und zeigt außerdem, dass du das mit dem Schreiben nur neben deinem Hauptjob als erfolgreiches Fotomodell betreibst.

Denk immer daran, dass die Leser auf dich angewiesen sind und nicht du auf sie! Daher brauchst du keine Kontakte mit ihnen zu pflegen und auch nicht auf deinen Ton zu achten.

Bitte schreibt mich an, wenn ich etwas Wichtiges vergessen habe, damit ich die Tipps ergänzen kann. (Aber möglichst kurz und knapp, denn ich habe Besseres zu tun, als bei Facebook rumzuhängen.)

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